„Unschuldig bin ich in das Gefengnus kommen“ – die Klasse 8a im Zeiler Hexenturm

Im Zeiler Hexenturm widmete sich die Klasse 8a zusammen mit ihren Lehrern Ralph Olbrich und Verena Heinrich der Hexenverfolgung im Hochstift Bamberg.

Die Schülerinnen und Schüler arbeiteten dabei mit einem einmaligen Zeugnis aus dieser Zeit: dem Brief des Bamberger Bürgermeisters Johannes Junius, der seiner Tochter aus der Haft heraus die Einzelheiten seines Prozesses und der Foltermethoden schildert.

Das Dokumentationszentrum „Zeiler Hexenturm“ dokumentiert die Geschichte der Hexenverfolgung im Hochstift Bamberg, die in der Mitte des 17. Jahrhunderts ihren Höhepunkt erfuhr. Fernab der „klassischen“ Museumsführung tauchten die Jugendlichen selbst ein in dieses düstere Kapitel der Geschichte ihrer Heimat. In der Auseinandersetzung mit dem Briefes von Johannes Junius erschlossen sich die Schülerinnen und Schüler selbst, welchen Qualen, welcher Willkür und welcher Hilflosigkeit sich die Bezichtigten ausgesetzt sahen.

„Unschuldig bin ich in das Gefengnus kommen, unschuldig bin ich gemartert worden, unschuldig muss ich sterben“, schrieb Junius im April 1628 an seine Tochter. Dieser Satz kann auch als Transfer zum Experiment genommen werden, das die Leiterin, Birgit Geißler, mit den Schülerinnen und Schülern am Ende durchführte. Sie bekamen mehrere Bilder vorgelegt und erhielten den Auftrag, denjenigen herauszufinden, der ein Massenmörder ist. „Der da, der schaut so aus!“ war die eine Antwort – die andere: „Das kann man doch gar nicht beurteilen, nur nach dem Aussehen!“ Wie schnell man den Mechanismen, die der Hexenverfolgung zugrunde lagen, doch auch heute immer wieder verfällt…