Erzbischof Prof. Schick empfängt die Klasse 10c

Kurz vor dem 1. Advent empfing Erzbischof Prof. Ludwig Schick die Schülerinnen und Schüler der Klasse 10 c der Graf-Stauffenberg-Wirtschaftsschule zusammen mit dem Leiter der Schule, OStD Martin Mattausch und dem katholischen Religionslehrer Dipl.-Theol. Ralph Olbrich. Er nahm sich auch in diesem Jahr wieder viel Zeit für die Begegnung und die teils sehr persönlichen Fragen der Jugendlichen. Die Fragen spannten einen Bogen von biographischen über weltliche hin zu theologischen Themen.
Zunächst gewährte der Erzbischof Einblicke in seine Biographie: „Erzbischof“ geschweige denn „Priester“ war demnach gar nicht sein ursprünglicher Berufswunsch. Zunächst studierte der Erzbischof Medizin ehe er verstärkt den Wunsch verspürte, „mehr“ für die Menschen tun zu wollen: Ludwig Schick entschloss sich dafür, Priester zu werden. Sein Studium führte ihn nach Fulda und Würzburg sowie nach Rom. Nach Tätigkeiten in der Priesterausbildung, einer Professur für Kirchenrecht in Fulda sowie der Tätigkeit des Generalvikars und Weihbischofs ebenda wurde er im Jahr 2002 zum Erzbischof von Bamberg ernannt.
„Was macht man als Erzbischof eigentlich?“ – Der Erzbischof beantwortete die Frage mit einem Einblick in seinen Tagesablauf, der um 4.45 Uhr beginnt und am späten Abend endet. Die Highlights im Alltag des Erzbischofs sind dabei immer die Begegnungen mit Menschen und Gruppen der Diözese. So blickte er mit Vorfreude auf ein Treffen der von ihm ins Leben gerufenen „Stiftung Kinderreich“ aber auch schon auf seine Teilnahme an der Welt-Klimakonferenz in Paris. Als „Außenminister“ der deutschen Bischofskonferenz pflegt er Auslandskontakte der deutschen katholischen Kirche, in den Tagen vor dem Treffen mit den Wirtschaftsschülern/-innen spielte sich sein Leben zwischen Rom, Frankfurt, Polen und Würzburg ab. Trotz des straffen Terminkalenders bleibt dem Erzbischof Zeit für Hobbies: Lesen, Musik hören (von den Beatles bis Rap!) und den 1. FC Nürnberg, bei dem er eingetragenes Mitglied ist.
Die Fragen der Schüler/-innen standen auch unter dem Eindruck der Anschläge von Paris wenige Tage zuvor: der Erzbischof bezeichnete die Anschläge als Verbrechen 1. Ranges und meinte, dass die Weltgemeinschaft alles dafür tun müsste, damit Terrorgruppen der Boden entzogen wird: dabei genügt nicht nur militärische Präsenz, vielmehr bräuchte es eine Bekämpfung der Ursachen, die dem IS den Weg bereiten: die Ungleichheit zwischen Ost und West/Nord und Süd, die Verbesserung der Lebensbedingungen auf der ganzen Welt, dass Europa vom Reichtum abgibt, der Mangel an Bildung beseitigt wird sowie der kulturelle und religiöse Austausch gefördert werden: keiner soll sich als höher betrachten als der andere: Ungleichheit ist die Brutstätte des Terrorismus.
Die Aufgabe der Kirche in dieser Zeit eines um sich greifenden Pessimismus sieht der Bamberger Oberhirte darin, Hoffnungspotenziale auszuschöpfen und den Menschen aufzuzeigen, dass das Leben gut wird. Und obgleich er nicht alles wortwörtlich nimmt, was in der Bibel steht, so gilt für ihn die zentrale Botschaft: Gott gibt dem Leben einen Sinn und will dies im Menschen wecken: Vertrauen, Sinn und Glaube an das Gute.
Am Ende der zweistündigen Begegnung bat der Erzbischof die Schülerinnen und Schüler in die Kapelle seines Bischofshauses, um den Jugendlichen seinen Segen zu spenden. Und auch in diesem Jahr lud der Erzbischof die Jugendlichen dazu ein, über Twitter und Facebook weiterhin mit ihm Erzbischof in Kontakt zu bleiben.