Rhönfahrt der Klassen 9b und 10g

Vom 4.-8. April 2016 fuhren die Klassen 9b und 10g mit ihren Klassenleitern Stefan Förth und Beetje Neubauer nach Oberbernhards in die Rhön.

Schülerbericht:

Auf der Hinfahrt nutzten wir das Sonnenwetter, um in Erfurt einen Stopp einzulegen. Dort erzählte uns Frau Neubauer etwas über die Geschichte der Stadt. Die malerische Krämerbrücke lud anschließend bei warmen Temperaturen zum Verweilen ein.

Rhön-P1010202-bea

Weiter ging es zur Wartburg. Der steile Anstieg wurde uns (heute noch) erspart; – Busfahrer Hermann lud uns am Burgtor ab und wir spazierten zur Burg hinauf. Neben dem herrlichen Ausblick über das weite Land Thüringen und Hessen genossen wir Sonne, Eis und Kaffee. Damit die weitere Fahrt zur Jugendherberge nicht langweilig wurde, wusste Herr Förth viel Interessantes über die Geografie, Tier- und Pflanzenwelt der Rhön zu berichten.

Nach der Ankunft in der Jugendherberge und der Zimmereinteilung lieferten sich einige Jungs aus der 9b mit Herrn Förth ein kleines Fußballspiel in der Abendsonne.

Am nächsten Tage stand der wohl anspruchsvollste Programmpunkt auf der Tagesordnung. Geplant war eine große Wanderung zur nahe gelegenen Wasserkuppe, dem höchsten Berg Hessens (950 Meter). „Nahe gelegen“ war hierbei relativ, denn der Weg einfach betrug 12 Kilometer und er musste ja auch zurück gewandert werden.

Viele wollten nicht glauben, dass die Lehrer ihr Vorhaben auch umsetzen wollten, zumal der Regen in der Nacht die Wanderstrecke an vielen Stellen in eine Matschlandschaft verwandelt hatte. Doch viel Zeit zum Kopfzerbrechen blieb nicht, denn um 9 Uhr ging es bereits los.  Erste Verluste gab es schon beim Erklimmen der nahe gelegenen  Milseburg. Matsch und glatte Felsen erschwerten den Abstieg und brachten einige Schüler ins Straucheln. Erbarmungslos trieben uns die Lehrer weiter. Nicht unbedingt für eine längere Wanderung gedachte Schuhe zwickten und zahlreiche Blasen brannten bereits, als wir am Fuß der Wasserkuppe ankamen. Hier stand uns noch ein steiler Anstieg von ca. 200 Metern bevor. Doch alles Fluchen und Jammern wurde schließlich mit der heraus spitzenden Sonne und einer wunderbaren Aussicht vom Gipfel der Wasserkuppe belohnt. Und tatsächlich schafften es auch ALLE dieselbe Strecke zurück zu laufen. Insgesamt waren wir heute also 24 Kilometer gewandert! Darauf waren wir dann doch auch ein bisschen stolz.

Mittwoch wurden unsere Füße geschont und wir fuhren ins nahe gelegene Grenzlandmuseum Point Alpha. Die dortige Ausstellung erinnert an die Zeit der deutschen Teilung und die vielen Schicksale, die hiermit verbunden waren. Mitten durch die Rhön verlief die Grenze, die Deutschland 40 Jahre lang in BRD und DDR teilte. Und nicht nur das: Hier standen sich die Vorposten von NATO und Warschauer Pakt vier Jahrzehnte lang Auge in Auge gegenüber.

Zum Mittagessen steuerten wir den netten Ort Gersfeld an. Auf dem Rückweg zur Jugendherberge schlenderten wir durch das Rote Moor. Insgesamt ging es nach der Wanderung am Vortag im Bus sehr ruhig zu, deswegen heiterten uns die Lehrer mit unserer Rhön-Hymne „Der Sachsenweihnachtsmann“ auf: „Bim, bim, bam, ich bin der Sachsenweihnachtsmann, bim, bim, bam, der Sachsenweihnachtsmann.“

Am vorletzten Tag stand das Kalibergwerk in Heringen auf dem Programm. Da es auf dem Hinweg dorthin in Strömen regnete, gingen wir zunächst ins Kalibergbaumuseum.

Das Museum erlaubt mit vielen originalen Maschinen, Geräten, Modellen, Fotos, Filmen und Computeranimationen eine Zeitreise durch über 100 Jahre Kalibergbau im Werratal. Es stellt die Geologie der Lagerstätte, die Arbeit der Bergleute unter Tage und die Kaliverarbeitung über Tage von den Anfängen bis heute und die Veränderung der Region durch die Kaliindustrie dar.

Danach durften wir in Begleitung von zwei Bergwerksführern einen der großen weißen Kaliberge besteigen. Der Monte Kali, im Volksmund auch „Kalimandscharo“ genannt, stellt die höchste künstliche Erhebung in Europas dar. Die Abraumhalde besteht zu 96% aus Kochsalz und ist bis zu 200 Metern hoch. Seit 1973 wächst der Berg Tag für Tag um etwas 22.000 Tonnen weiter an.

Rhön_11_neu1

Der Ausblick vom breiten Plateau des Kaliberges war nicht nur wegen des inzwischen sonnig gewordenen Wetters gigantisch, eine eigenwillige Landschaft erwartete uns hier oben. Der weiche helle Boden und die nicht vorhandene Vegetation weckten zum einen Assoziationen an die Landschaft auf dem Mond. Zum anderen hatte man das Gefühl an der Nordsee zu sein; der weiche Sand- bzw. Salzboden und der Geruch, verursacht durch den hohen Salzgehalt in der Luft, waren hierfür wohl verantwortlich.

Obwohl die Erklimmung des Kalimandscharo sicherlich lohnenswert war, fuhren wir auch etwas nachdenklich in die Jugendherberge zurück. Die gigantischen weißen Salzberge bedeuten nämlich auch eine enorme Umweltbelastung. Und mit jeder Tonne Kali, die aus dem Untergrund kommt,  entstehen salzhaltige Abwässer, die von den Bergleuten seit langem in den Fluss oder in den Boden gepumpt werden.

Der letzte Abend wurde durch ein großes Grillgelage gekrönt.

Am Freitag ging es dann nach dem Frühstück zurück nach Bamberg. Ab und zu erinnerten die leisen Klänge unserer Hymne an die schöne Woche in der Rhön: „Bim, bim, bam, das ist der Sachsenweihnachtsmann…“.