Am Nikolaustag bei echtem Bischof – Erzbischof Dr. Ludwig Schick empfängt unsere WS-Schüler

Am Nikolaustag begrüßte Erzbischof Dr. Ludwig Schick die Klasse 10b in seinem Palais.

Im Gedenken an den heiligen Bischof Nikolaus hatte der Bamberger Oberhirte für die Schülerinnen und Schüler eine Überraschung vorbereitet.

Auf jedem Platz stand ein Schokoladen-Weihnachtsmann: „Die echten Bischöfe aus Schokolade mit Mitra und Stab waren leider ausverkauft“, meinte Erzbischof Schick mit verschmitztem Lächeln. Die Jugendlichen freute es – und der Erzbischof zeigte sich auch in diesem Jahr wieder erfreut, dass er von Schülerinnen und Schülern einer 10. Klasse unserer Schule besucht wird. Für ihn ein lieb gewonnenes Ritual in der Adventszeit.

Die Schülerinnen und Schüler stellten sehr tiefgründige Fragen – es mag vielleicht daran liegen, dass ein großer Teil der Jugendlichen nicht getauft ist oder einer nichtchristlichen Religionsgemeinschaft angehört –  und gerade deshalb die Gelegenheit nutzte, um aus dem Mund eines hohen katholischen Würdenträgers Antworten auf wirklich drängende Fragen zu finden.

„Ist es für Sie in Ordnung, dass Eltern Kindern ihre Religion aufdrängen?“, lautete z. B. die Frage eines nicht-getauften Mädchens.

„Ich bin völlig dagegen, dass Glaube aufgedrängt wird – das funktioniert nicht!“, so die für manche vielleicht etwas überraschende Antwort. Vielmehr solle man als Eltern den Glauben authentisch anbieten und vorleben.

Die Entscheidung, woran man glaubt, liege aber bei jedem Menschen selbst. Und so beantwortet er die Frage danach, welche Rolle der Glaube in der Zukunft spielt, mit viel Gelassenheit:

„Religion wird nicht weniger – nur das Traditionelle.“ Will heißen: die Menschen werden nicht weniger gläubig, suchen ihre Sinnangebote nur eben außerhalb der Kirchen: Sportarten können durchaus etwas Religiöses haben, ebenso nimmt der Erzbischof wahr, dass der Engel- und Geisterglaube zunehmen. „Die Menschen sehnen sich eben nach etwas, das nicht von dieser Welt ist und ihrem eben einen Sinn gibt.“

Für ihn persönlich liegt der Sinn des Lebens in der Beziehung zu Jesus, den er als Person schon immer faszinierend fand: ein sinnvolles Leben für andere Menschen zu führen, befreit von Sünde und Tod  – dies trägt den Christen Ludwig Schick durch sein ganzes Leben.

Mit viel Selbstkritik und Demut beantwortete der Erzbischof die Frage nach Missständen in der Kirche und den zahlreichen Austritten: „Das kirchliche Leben erscheint den Menschen nicht mehr plausibel, es ist den Leuten zu kompliziert.“ Missbrauch und Machtmissbrauch hätten der Kirche stark geschadet, wodurch sie unglaubwürdig wurde. Das verleitet den Erzbischof zu dem erstaunlichen Satz: „Wir brauchen weniger Institution, nur das, was den Menschen dient.“

Am Ende des kurzweiligen Vormittags bat der Erzbischof die Jugendlichen in seine Privatkapelle und lud sie ein, das Vaterunser mit ihm zu beten.

Mit seinem erzbischöflichen Segen schickte er die Schülerinnen und Schüler mit ihrem Schulleiter Martin Mattausch und ihrem Religionslehrer Ralph Olbrich zurück in den vorweihnachtlichen Alltag.

Alle Beteiligten waren beeindruckt von den sehr persönlichen Einblicken, die der Bamberger Erzbischof ihnen auf sehr herzliche Art an diesem Vormittag gewährt hat.