“Miteinander” – Ein Beitrag der Wirtschaftsschule gewinnt den Kreativpreis der Dr. Robert Pfleger-Stiftung

Einen Beitrag der Graf-Stauffenberg-Wirtschaftsschule belohnte die Dr. Robert Pfleger-Stiftung im Rahmen ihres Schul-kreativ-Wettbewerbs zum Thema “Miteinander” mit dem 1. Platz. Im Rahmen einer Feierstunde in Schloss Seehof wurde die Urkunde zusammen mit einem Preisgeld von 500 Euro an Vertreterinnen und Vertreter der Schule überreicht.

  • „Was gehört zu einem gelungenen Miteinander?“
  • „Wie setzen wir uns mit Themen wie Toleranz, Integration und Engagement auseinander?“
  • „Wie engagieren wir uns an der Graf-Stauffenberg-Wirtschaftsschule für Menschen, die unsere Unterstützung gebrauchen können?“
  • „Welche Projekte gibt es an unserer Schule, die zeigen, was man durch ein gelungenes Miteinander auf die Beine stellen kann?“

Zu diesen Fragestellungen reichten Dipl.-Theol. Ralph Olbrich und OStR Markus Baumüller eine multimediale Präsentation ein. Die Ausschreibung formulierte doch treffend das, was die beiden Lehrkräfte als Beratungsteam der Graf-Stauffenberg-Wirtschaftsschule Bamberg nunmehr seit 2015 auf die Beine zu stellen versucht und umgesetzt haben.

Die 20-minütige Präsentation legte ihren Fokus auf die Wahlfächer Streitschlichter, Fairtrade und Projekte im Rahmen der Antirassismusarbeit unter dem Label „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Die ausgewählten Projekte bringen die übergeordnete Zielsetzung auf den Punkt, dass sie das Erfahrenkönnen von Werten vermitteln und keine leeren Worthülsen oder Labels bleiben, vielmehr mit (Er-)Leben gefüllt werden. Daher werden die wesentlichen Projekte als Langzeit- bzw. Dauerprojekte jahrgangsstufenübergreifend durchgeführt.

Das Wahlfach Streitschlichter startete im Jahr 2016 und geht nun ins dritte Schuljahr. Die teilnehmenden Schüler – inzwischen über 40 Freiwillige – lernen Konflikte wahrzunehmen, zu benennen und professionell zu schlichten. Die Sensibilisierung beginnt dabei schon im Kleinen. So ist es uns gelungen, an unserer Schule einen Prozess anzustoßen, der die Haltung von Schülern, aber auch Lehrern und sogar Eltern zu Konflikten deutlich verändert. Nicht mehr „Täter“, „Opfer“, „Bestrafung“, „Rache“, „Petze“ und andere Begriffe bestimmen die innerschulische Kommunikation und Fallbearbeitung, sondern der Begriff „Konfliktlösung“.

Auch der Arbeitskreis Fairtrade startete im Schuljahr 2016/2017. 15 Schüler, 3 Lehrkräfte, der Schulleiter Martin Mattausch und vier Elternvertreter machten sich auf den Weg. In die Jahrespläne der Fächer Ethik, Religion und Wirtschaftsgeographie wurden Fairtrade-Themen als mehrwöchige Sequenzen geschrieben. Der Verkauf von fair gehandelten Waren wird im Pausenverkauf des Fairtrade-Teams wöchentlich durchgeführt. Das Fairtrade-Catering-Team unserer Schule ist bei allen größeren Schulveranstaltungen am Start und versorgt die teilnehmenden Eltern, Schüler und Lehrer mit Kaffee, Snacks, Bananenshakes, Kuchen usw. – natürlich immer mit fair gehandelten Zutaten.

In zwei Filmprojekten bearbeiteten wir in den Schuljahren 2014/15 und 2016/17 Themen, die das Gelingen der Multikulturalität an unserer Schule in den Mittelpunkt stellten.

In dem Film „Wir ändern die Richtung“ bearbeiteten wir das Thema Mobbing aus Sicht einer aus Russland stammenden Schülerin, die neu in eine Klasse kommt. Sie wird von anderen Schülern wegen ihres Aussehens und ihres Akzentes ausgegrenzt, beleidigt und verletzt.  Der Film wird von einem in der Projektgruppe getexteten Rap „Wir ändern die Richtung“ unterlegt.

Ein zweiter Film stellt die Schüler unserer Schule in den Mittelpunkt. Warum sind wir die beste Schule der Stadt? Die blaue Schule, von der man immer wieder hört, dass es da so schlimm zugehe! Wegen der vielen Migranten? Wegen des schlechten Gebäudezustandes? Wegen der nicht so schicken Wohngegend, in der wir liegen? Wir zeigen, dass in der sozialen und internationalen Vielfalt unserer Schüler unser Potential liegt. Gerade hieraus speist sich eine eigene, neue Identität, die weit über die Hilfszuordnungen sozialer Status, Wohnort, Nationalität etc. hinausgeht. Als Bamberger Wirtschaftsschüler wissen wir, wofür wir stehen. Wir leben Werte! Belohnt wurde diese Engagement nun von der Dr. Robert Pfleger-Stuftung.

Verfasser: Markus Baumüller