Die Klasse 11b zu Besuch bei Herrn Erzbischof Dr. Schick

“Ich würde etwas vermissen.” So begrüßte Herr Erzbischof Dr. Ludwig Schick die Schülerinnen und Schüler der Klasse 11b. Es ist  auch für ihn ein mittlerweile unverzichtbares Ritual, immer am Beginn des Advent eine Schulklasse der Graf-Stauffenberg-Wirtschaftsschule in seinem Palais zu begrüßen.

Wie in jedem Jahr beantwortete das Oberhaupt über 700000 Katholiken zwischen Hof und Ansbach, Coburg und Nürnberg, die Fragen der Schüler/-innen ehrlich, mit großer und teils überraschender Offenheit, authentisch und ernsthaft.

Den Einblicken in seinen umfangreichen Arbeitstag, seinen Werdegang vom Marburger Schüler über den Professor für Kirchenrecht in Fulda bis zum Erzbischof in Bamberg ließ der Erzbischof auch Einblicke in sein Denken und seine Persönlichkeit folgen. So fragte eine Schülerin ganz konkret nach seiner Gefühlslage während der Erzbischof in das Kreuzfeuer von Polemik geraten ist, das sogar in Todesdrohnugen mündete: “Man muss die Wahrheit sagen, auch wenn man Nachteile in Kauf nehmen muss. Ich werde mein Leben nie ändern. Und ich werde mich immer wieder für Menschen einsetzen, deren Würde verletzt wird. Vorwürfe, Verwünschungen und Todesdrohungen werden mich nicht daran hindern, mich für Recht, die Wahrheit und die Menschen einzusetzen.” Eine Aussage, die zu Zivilcourage aufforderte. Eine Schülerin fragte unter dem Eindruck dieses klaren Statements, wie der Erzbischof zu so einem starken Glauben gekommen ist, gerade auch mit Blick auf “schlimme Dinge”, die in der Welt passieren. “Fragen und Zweifel”, so der Erzbischof “begleiten mich mein Leben lang.” Ihm als ehemaligem Medizinstudenten sind naturwissenschaftliche Fragestellungen stets wichtig und ernst. Wichtig ist für ihn, den Glauben als “Tun-Wort” zu verstehen: Glaube muss lebendig und lebensbezogen sein: alles ergibt einen Sinn und ist nicht einfach blinde Entwicklung.

So ist der Blick in das Leben “danach” auch kein Blick, der ihm als Glaubenden Angst macht. Die Schülerfrage, ob er an ein Leben nach dem Tod glaubt, beantwortet der Oberhirte mit Gelassenheit und der Überzeugung: KEIN Mensch geht verloren, auch nicht seine Beziehungen: auch aus gefallenen Blättern im Herbst entsteht eine neue Substanz. Und so leben Menschen weiter, wie es der christlichen Anschauung entspricht: als neue Energie in einem “neuen Leib”.

Zum Abschluss führte der Erzbischof die Schülerinnen und Schüler  zusammen mit Herrn OStD Martin Mattausch und dem Religionslehrer Dipl.-Theol. Ralph Olbrich in die Kapelle, wo er der Gruppe seinen Segen spendete und allen eine gute Advents- und Weihnachtszeit wünschte.