„Auf Du und DU mit Jesus Christus“ – Erzbischof Ludwig Schick empfängt die Klasse 10a

Kurz vor Weihnachten empfing Erzbischof Prof. Ludwig Schick die Schülerinnen und Schüler der Klasse 10a zusammen mit dem Leiter der Schule, OStD Martin Mattausch und dem katholischen Religionslehrer Dipl.-Theol. Ralph Olbrich. Der Erzbischof überraschte in diesem Jahr mit seinen Antworten auf die erstaunlich persönlichen Fragen der Schülerinnen und Schüler.

Als der 75. Bischof seit dem Jahr 1007 und der 13. Erzbischof seit Beginn des 19. Jahrhunderts begrüßte der Bamberger Oberhirte die Schülerinnen und Schüler. Dass der Erzbischof auch ein Personalchef von 7800 Mitarbeitern in der Diözese und ca. 10000 Mitarbeitern der Caritas ist, überraschte mindestens genauso. Der Erzbischof beschrieb an dieser Stelle aber sogleich seine weiteren Aufgaben: er muss neben dem Organisator und Verwalter auch ein spiritueller Mensch sein, der Frömmigkeit lebt und mit Jesus „auf du und du“ steht, predigen können und offen für die Menschen und deren Anliegen sein.

Mit Jesus auf „Du und Du“ – das war eine Frage zum Nachhaken: kann man Jesus tatsächlich begegnen und hat der Erzbischof schon einmal mit Jesus gesprochen? „Ja“ sagt der Erzbischof voller Überzeugung. Christus ist eine Person, mit der er sprechen kann, dem er sagt, was ihn bedrückt und freut, dem er auch Fragen stellt. Ganz aktuell habe er am Morgen während der Messe eine Antwort auf eine Entscheidung bekommen, die er im nächsten Jahr zu treffen hat.

„Glauben Sie eigentlich auch alles, was in der Bibel steht?“ fragten die Jugendlichen. Auch hier antwortete der Erzbischof schnell, überzeugt und überraschender Weise mit „Nein“: Die Bibel sei ein Buch, dass den Menschen von der Begegnung mit Gott erzählt und dass Begegnung mit Gott möglich ist durch die Geschichte hindurch. Und hier widersprechen sich für ihn auch nicht die klassischer Weise kritisierten Inhalte der Schöpfungsgeschichte: Gott hat die Welt nicht in einer Woche erschaffen – aber hinter der Milliarden Jahre währenden Evolution steckt für ihn ganz klar die göttliche Weisheit.

Ein Schüler wollte wissen, wie Kirche für Jugendliche attraktiver werden könnte – der Erzbischof verwies stolz darauf, dass auch er regelmäßig twittert und fleißig Instagram nutzt, dass es Gruppen gibt, die sich zu Facebookgottesdiensten treffen und dass es ein reiches Angebot an Jugendgottesdiensten gibt – „Kirche“, so ermutigte der Erzbischof die Jugendlichen zu mehr Engagement, „wird dann interessant, wenn man selber mitmacht!“

Am Ende der zweistündigen Begegnung bat der Erzbischof die Schülerinnen und Schüler in die Kapelle seines Bischofshauses, um den Jugendlichen seinen vorweihnachtlichen Segen zu spenden. Ein würdevoller Abschluss einer überraschenden, offenen und authentischen Begegnung mit dem Bamberger Erzbischof.